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Grand Paris Express Bau des neuen U-Bahn Netzes von Paris
27.01.2026 Paris, Frankreich Autor: Dr. Franziska Limbrunner

SENNEBOGEN Krane für 1500 mm Schlitzwände in Paris

Die Spezialtiefbauarbeiten für das künftige U-Bahn-Netz des Grand Paris Express laufen auf Hochtouren. Auf der Linie 15 West sind die Teams von NGE FONDATIONS an mehreren Baustellen gleichzeitig im Einsatz und nutzen gleich mehrere SENNEBOGEN-Krane und Seilbagger sowohl für die anfallenden Fundament- als auch für die Hebearbeiten.

Infrastrukturprojekt Grand Paris Express

Der Grand Paris Express ist ein neues Untergrund-Verkehrsnetz für den Großraum Paris, das bereits seit 2016 im Bau ist und Anfang der 2030er Jahre finalisiert werden soll. Das Infrastrukturprojekt ist eines der derzeit größten in Europa und umfasst sechs vollautomatisch betriebene U-Bahn-Linien, die das das bestehende Pariser Metro-System erweitern, inklusive 68 Stationen und sieben Technischer Zentralen. Es entsteht ein neues, nachhaltig ausgelegtes Liniennetz, das vor allem die Anbindung und den Austausch der umliegenden Gemeinden untereinander deutlich verbessern soll. Die neue Linie 15 West wird nach ihrer Fertigstellung die längste U-Bahn-Linie Frankreichs und als Umgehungsstrecke um den Stadtkern insgesamt 45 Gemeinden und 4 Departements der Region Île-de-France durchqueren.

Zusammen mit dem General-Bauunternehmen Webuild und dem französischen Technikdienstleister Equans France, hat das französische Tiefbauunternehmen NGE Fondations als Gruppe Ende Mai den vierten und letzten Staatsauftrag für die Planung und den Bau des westlichen Abschnitts der Linie 15 erhalten. Das Projekt hat ein Volumen von 1,38 Milliarden Euro und soll bis Ende 2031 fertiggestellt werden. Dieses finale Teilstück wird letztlich die Linie 15 abschließen. Es wird den Bahnhof Bécon-les-Bruyères mit dem Bahnhof Saint-Denis - Pleyel verbinden und umfasst 7 km Tunnel, 4 neue Bahnhöfe mit Anschlüssen an das bestehende Netz und wichtigen Gebäudeblöcken (Wohnungen, Büros, Geschäfte usw.).

Zwei Spezialtiefbauprojekte in Gennevilliers: Servicetunnel und U-Bahnhof

Seit einigen Monaten haben die Teams von NGE FONDATIONS mit den Arbeiten an den Schlitzwänden begonnen, um die Fundamente für die ersten beiden Bauprojekte des von NGE geleiteten Konsortiums zu erstellen: 

Dies betrifft zum einen den Servicetunnel „Les Caboeufs“ in der Gemeinde Gennevilliers. Dieser Standort wird der Eingangsschacht bzw. das Servicebauwerk für die Tunnelbohrmaschine sein, die einen 7,5 km langen Tunnel bohren wird. Die Besonderheit dieses Bauabschnitts liegt in der Arbeitsweise der Tunnelbohrmaschine, die in zwei aufeinanderfolgenden Schritten arbeitet. Ein erster Abschnitt von 1,2 km wird in östlicher Richtung bis nach Saint Ouen gebaut, ein zweiter Abschnitt stellt dann die Verbindung zum Geschäftsviertel „Bécon les Bruyères“ in Richtung Courbevoie / La Défense her.

In Gennevilliers bearbeiten die Teams von NGE Fondations zwei Spezialtiefbaustellen gleichzeitig. (Bildquelle Bild 1: Pulsmedia für NGE-Webuild-Equans.)

Fundamentarbeiten: 1200 mm dicke Schlitzwände erstellt

Als Vorbereitung für die anstehende Tunnelbohrung kümmert sich NGE FONDATIONS um den Bau der 1200 mm dicken Schlitzwände. Diese werden mit einem SENNEBOGEN 6130HD Seilbagger mit STEIN-Schlitzwandgreifer und einer Hydrofräse (oder „Cutter”) durchgeführt. Die Schlitzwandlamellen weisen eine Tiefe von 50 m auf, wobei die Außenwände 1.000 mm und die zentrale Trennwand sogar 1.200 mm Wandstärke misst. Zwei Verschlussplatten – je eine an beiden Enden – vervollständigen das Bauwerk und fungieren als Abschirmung in beide Richtungen, sodass eventuell von der Tunnelbohrmaschine generierte Leckagen vermieden werden können.

Schwerlasthübe mit Raupenkranen und Seilbagger

Die anfallenden Hebearbeiten, insbesondere die der Bewehrungskörbe, werden mit dem Raupenkran SENNEBOGEN 3300 mit einer Tragkraft von 125 t durchgeführt, der von der Firma FORCE-LOC zur Verfügung gestellt wurde. Ausgestattet mit einer Hauptwinde und einer Hilfswinde gewährleistet der Kran das sichere Anheben der Baustahlmatten, sodass die geschweißten Metallkonstruktionen unversehrt bleiben. Die Schwerlasthebearbeiten übernimmt der ebenfalls auf der Baustelle eingesetzte 140 t Seilbagger SENNEBOGEN 6140 HD. Ausgestattet mit zwei 350-kN-Freifallwinden wird dieser ab Anfang 2026 mit einem 1500 mm-Schlitzwandgreifer ebenfalls bei den Tiefbauarbeiten auf der nächsten Baustelle des Bahnhofs Gare des Agnettes zum Einsatz kommen.

Der Raupenkran SENNEBOGEN 3300 der Firma FORCE-LOC kümmert sich um die Montage der Bewehrungskörbe beim Servicebauwerk für die Tunnelbohrmaschine.

Abwechslungsreiche Arbeiten im Tiefbau für die Seilbagger

Ninos Salur, Bauingenieur des Servicebauwerks, erklärt: „Sowohl beim Heben als auch bei den Fundamentarbeiten haben sich die SENNEBOGEN-Krane und Seilbagger als sehr effizient erwiesen. Auch bei der nächsten Baustelle am Bahnhof Les Agnettes werden wir die Seilbagger wieder einsetzen und dabei den 6130HD für die Schwerlasthübe und den 6140HD für die Erstellung der Schlitzwände nutzen. Die Schlitzwände sollen an diesem Bahnhof sogar eine Breite von 1500 mm haben. Die technische Unterstützung durch die Teams von SYGMAT und ihre Hilfe beim Auf- und Abrüsten der Maschinen schätzen wir sehr.“ Nach der Fertigstellung der Schlitzwände übergibt das Bauunternehmen das Projekt planmäßig an die Erdbau- und Tiefbauteams, die das Material ausheben und so die eigentliche Baugrube erstellen, damit ab Herbst 2026 die Tunnelbohrmaschine zum Einsatz kommen kann.

Drei SENNEBOGEN-Krane und Seilbagger auf der Baustelle „Les Caboeufs” in Gennevilliers: Der 6130HD mit Schlitzwandgreifer im Tandem mit einer Hydrofäse, der 6140HD beim Schwerlasthub und der Raupenkran 3300 beim Verheben von Bewehrungskörben.

Raupen-Telekran 673 E: Flexibilität auf schwierigem Gelände

Beim zweiten Bauprojekt in Gennevilliers handelt es sich um den künftigen Bahnhof Les Grésillons. Dieser wird die erste Baustelle sein, die die Tunnelbohrmaschine bei ihrem Vortrieb in Richtung Westen in einer Tiefe von 27 m durchquert. Die Abmessungen der Baugrube, in der der zukünftige Bahnhof entstehen wird, beträgt 25 x 108 m

Die heikelste technische Herausforderung bei der Errichtung dieser Fundamente liegt in der unmittelbaren Nähe zu der bestehenden Bahnlinie RER C. Denn der Bahnhof Les Grésillons wird der Knotenpunkt zur Eisenbahn-Linie werden und täglich rund 60.000 Fahrgäste befördern. Eine weitere Komplexität ergibt sich aus der Nähe zum Fluss Seine. Dieser verleiht dem Untergrund eine gewisse Instabilität, sodass außergewöhnlich dicke Wände zur Stützung des Bauwerks erforderlich sind, d.h. die Wände müssen bis zu 67 m tief und 1500 mm dick werden.

Auf dieser Baustelle werden die Tiefbauarbeiten von zwei Trägergeräten mit Schlitzwandgreifer und Hydrofräse durchgeführt, die anfallenden Schwerlasthübe von einem Raupenkran. Alle weiteren Hebe- und Verladearbeiten übernimmt der Raupen-Teleskopkran SENNEBOGEN 673E mit einer Tragkraft von 70 t. Der geländegängige Teleskopkran wurde aufgrund seiner Kompaktheit und Vielseitigkeit ausgewählt. „Mit ihm können wir in allen Bauphasen vielfältige Anforderungen auf der Baustelle erfüllen: Vorbereitung der Bewehrungskörbe, Betonierarbeiten und alle schnellen Verladearbeiten auf der gesamten Baustelle. Seine Fähigkeit, sich unter Last zu bewegen und seine Auslegerlänge auch unter Last frei einzustellen, sind echte Vorteile für unsere Teams“, erklärt Bauingenieur Loris Berniot.

Der Raupentelekran SENNEBOGEN 673E unterstützt die Betonierarbeiten, die Vorbereitung der Bewehrungskörbe und verschiedene Verladearbeiten auf der Baustelle des Bahnhofs Les Grésillons in Gennevilliers.