SENNEBOGEN Logo
Neuheit zur IFAT: Neue Lenktechnologie für Teleskoplader
07.04.2026 München, Deutschland Autor: Isabella Wild

Joysticklenkung statt Lenkrad im Teleskoplader: kundenspezifische Lösung

Die Einsatzbereiche von SENNEBOGEN Teleskopladern erfordern häufig präzise Fahr- und Rangiermanöver auf engem Raum, verlangen gleichzeitig jedoch auch eine sichere Spurführung bei Fahrten über längere Distanzen. Da die Lenkung als zentrales Bedienelement dabei maßgeblichen Einfluss auf Produktivität, Sicherheit und Ergonomie hat, präsentiert SENNE-BOGEN mit der neu entwickelten Joysticklenkung eine Marktneuheit im Teleskopladerberreich, die gezielt auf diese ambivalenten Bedarfe reagiert. Um eine optimale Anpassung an individuelle Einsatzprofile zu gewährleisten, setzt das Konzept auf maximale Wahlfreiheit und eine funktionale Symbiose der Bediensysteme.

Analyse der konventionellen Lenksysteme und deren Grenzen

Durch die Joysticklenkung kann schneller rangiert und Arbeitsprozesse effizienter ausgeführt werden, da Lenkradumdrehungen durch deutlich geringere Handbewegungen ersetzt werden.

Die überwiegende Mehrheit der aktuell im Markt befindlichen Teleskoplader greift auf die bewährte hydrostatische Lenkradlenkung zurück. Diese Technik hat sich über Jahrzehnte als robuster Standard etabliert und genießt aufgrund ihrer intuitiven Bedienlogik eine uneingeschränkte Akzeptanz bei den Anwendern. Die Steuerung erfolgt hierbei direkt über das Lenkrad, während die Auswahl der verschiedenen Lenkarten – wie Allrad-, Vorderachs- oder Hundeganglenkung – meist über zusätzliche Schalter oder Hebel im Cockpit realisiert wird.

Trotz dieser Zuverlässigkeit offenbaren sich bei intensiven Arbeitseinsätzen deutliche ergonomische Nachteile. Insbesondere bei repetitiven Ladevorgängen und häufigen Rangiermanövern sind zahlreiche Lenkradumdrehungen erforderlich, um die Maschine präzise zu positionieren. Diese ständigen, großräumigen Bewegungen führen im Schichtbetrieb zu einer erheblichen körperlichen Beanspruchung der Schulter- und Armmuskulatur. Während die Lenkradlenkung bei schneller Fahrt für Stabilität sorgt, wird sie im langsamen Arbeitsmodus oft zum Engpass für die Effizienz und das Wohlbefinden des Fahrers.

Neue Joysticklenkung beim SENNEBOGEN Teleskoplader

Um diese Lücke zu schließen, wurde ein innovatives Lenkkonzept entwickelt, das die aus den Umschlagmaschinen von SENNEBOGEN bekannten Vorteile der Joysticksteuerung auf den Teleskoplader überträgt. Technisch ist dieses System als elektronisches Steer-by-Wire-Konzept realisiert. 

Ein entscheidender Vorteil dieser digitalen Architektur ist die Implementierung softwarebasierter Kennlinien. Dadurch kann das Lenkverhalten dynamisch an die jeweilige Fahrsituation angepasst werden. Bei niedrigen Geschwindigkeiten erlaubt das System eine extrem feinfühlige Auflösung, sodass minimale Handbewegungen für exakte Korrekturen ausreichen. Mit zunehmender Geschwindigkeit sorgt eine progressive Begrenzung des maximalen Lenkwinkels dafür, dass die Maschine auch bei schnellen Fahrten ruhig und sicher in der Spur bleibt. Um höchsten Sicherheitsstandards gerecht zu werden, ist das gesamte System redundant aufgebaut und verfügt über eine kontinuierliche Plausibilitätsüberprüfung aller Eingangssignale. Der Joystick fungiert hierbei als hochsensibles Eingabegerät, welches die Handbewegungen des Fahrers digital erfasst. Diese Signale werden in Echtzeit von einer zentralen Steuerungseinheit verarbeitet und an die Lenkhydraulik übertragen.

Die klassische Lenkradsteuerung bietet eine vertraute Bedienlogik und sorgt für maximale Stabilität sowie Sicherheit bei schnellen Transferfahrten oder dem Straßentransport.

Die Symbiose aus Tradition und Moderne: Das duale Bedienkonzept

Ein wesentliches Differenzierungsmerkmal der SENNEBOGEN Teleskoplader ist die kundenindividuelle Wahl der Steuerung: Das System ist wahlweise als reine Joysticklenkung oder in Kombination mit einem klassischen Lenkrad verfügbar. Damit reagiert das Konzept auf die Limitationen bisheriger Marktlösungen, die durch den vollständigen Verzicht auf das Lenkrad oft die Flexibilität bei Straßenfahrten und die allgemeine Akzeptanz einschränkten. 

Der Fahrer erhält dadurch die volle Flexibilität: Für längere Transferfahrten oder den Straßentransport wird das klassische Lenkrad genutzt, das ein vertrautes und stabiles Fahrgefühl vermittelt. Sobald die Maschine jedoch in den Arbeitsmodus wechselt und präzise Rangier- oder Verladearbeiten anstehen, wird die Joysticklenkung aktiviert. Die Umschaltung erfolgt dabei entweder über ein dediziertes Bedienelement oder durch eine intelligente Logik, welche die aktive Eingabe erkennt. Um Fehlbedienungen auszuschließen, stellt die Software sicher, dass zu jedem Zeitpunkt nur ein Eingabegerät die Priorität über die Lenkachse besitzt. Sollte im Joystickbetrieb eine Unregelmäßigkeit auftreten, fällt das System als Teil des Sicherheitskonzepts automatisch auf die klassische Lenkradbedienung zurück.

Die Kombination aus klassischem Lenkrad und zusätzlicher Joysticklenkung bietet maximale Flexibilität, da der Fahrer je nach Situation zwischen präzisem Rangierbetrieb und stabilem Fahrverhalten wählen kann

Ergonomische Vorteile und betriebliche Effizienz

Der Nutzen dieses kombinierten Konzepts erstreckt sich über mehrere Ebenen. Aus ergonomischer Sicht ermöglicht die Integration des Joysticks in die Armlehne eine dauerhaft neutrale Sitzposition. Arm- und Schulterbewegungen werden auf ein Minimum reduziert, was die Ermüdung signifikant verzögert. Zudem verbessert der optionale Verzicht auf die permanente Arbeit am Lenkrad die Sichtverhältnisse nach vorne und unten entscheidend, da keine störenden Lenkbewegungen im direkten Sichtfeld des Fahrers liegen.

Betriebswirtschaftlich betrachtet führt die direkte Umsetzung der Lenkbefehle zu schnelleren Arbeitszyklen. Richtungswechsel lassen sich ohne Umgreifen realisieren, was die Präzision erhöht und das Risiko von Kollisionen in engen Umgebungen senkt. Da stets das passende Bedienkonzept für die jeweilige Situation zur Verfügung steht, wird die Maschine insgesamt vielseitiger und für unterschiedliche Fahrerprofile attraktiver.

Der vollständige Verzicht auf das Lenkrad ermöglicht maximale ergonomische Entlastung und optimiert die Sichtverhältnisse nach vorne und unten auf den Arbeitsbereich entscheidend.

Maßgeschneiderte Bedienkonzepte für jede Anforderung

Die Einführung der Joysticklenkung für Teleskoplader stellt eine konsequente Weiterentwicklung dar, die den Fokus auf die individuellen Bedürfnisse des Fahrers legt. Der entscheidende Vorteil für den Kunden ist die maximale Flexibilität bei der Konfiguration der Maschine: Je nach spezifischem Einsatzprofil und Fahrerpräferenz kann frei gewählt werden, ob der Teleskoplader mit der klassischen Lenkradsteuerung, einer reinen Joysticklenkung oder dem kombinierten dualen System ausgestattet werden soll.

Während die klassische Lenkradlenkung weiterhin durch ihre intuitive Bedienung und sichere Fahreigenschaften bei Transportfahrten überzeugt, bietet die reine Joystick-Option maximale ergonomische Entlastung und optimierte Sichtverhältnisse bei intensiven Umschlagarbeiten. Die duale Lösung vereint schließlich die Sicherheit der konventionellen Lenkung mit der Präzision moderner Steer-by-Wire-Technologie. Durch diese Wahlmöglichkeit setzt das System neue Maßstäbe für produktives Arbeiten unter anspruchsvollen Bedingungen und beweist, dass technischer Fortschritt dort am wirkungsvollsten ist, wo er dem Kunden die Freiheit lässt, das für ihn optimale Bedienkonzept selbst zu bestimmen.

Neben der klassischen Lenkradsteuerung ermöglicht die zusätzlich integrierte Joysticklenkung (links) eine ergonomische Entlastung und hochpräzise Manövrierfähigkeit im Arbeitseinsatz.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Melden Sie sich jetzt für den SENNEBOGEN Presse-Verteiler an!

Ihr Ansprechpartner

Presseanfragen bitte an: [email protected]

SENNEBOGEN
Maschinenfabrik GmbH

Sennebogenstraße 10
94315 Straubing