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SENNEBOGEN Fällbagger bei der Baumpflege entlang einer Straße.
Gehölzpflege im Klimawandel sicher planen
14.07.2026 Autor: Isabella Wild, Produktmarketing Managerin Holzmaschinen & Teleskoplader

Gehölzpflege im Klimawandel: sichere Baumpflege bei Schadholz und Extremwetter

Der Klimawandel verändert die Anforderungen an Baumpflege, Gehölzpflege und Verkehrssicherung grundlegend. Langanhaltende Hitzeperioden, Trockenheit, Starkwetterereignisse und Schädlingsbefall setzen Bäume dauerhaft unter Stress. Die Folgen sind mehr Schadholz, instabile Baumstrukturen und höhere Risiken bei der Gefahrbaumfällung. Besonders betroffen sind Kommunen, Forstbetriebe, Baumpflegeunternehmen und Betreiber kritischer Infrastruktur. Stadtbäume verbessern das Mikroklima, spenden Schatten und filtern Schadstoffe. Gleichzeitig leiden sie unter versiegelten Flächen, Hitzeinseln und eingeschränktem Wurzelraum. Baumpflege wird damit immer stärker zu einer sicherheitsrelevanten Daueraufgabe.

Warum führt der Klimawandel zu mehr Schadholz und Gefahrbäumen?

Die Zunahme von Gefahrbäumen entsteht durch mehrere Faktoren, die sich gegenseitig verstärken:

  • Trockenstress schwächt die Vitalität: Wassermangel reduziert die natürliche Widerstandskraft von Bäumen. Pilze, Bakterien und Schädlinge können geschwächte Gehölze leichter befallen.
  • Extremwetter destabilisiert vorgeschädigte Bäume: Stürme, Starkregen und Hitzeperioden erhöhen die Belastung für Stamm, Krone und Wurzelbereich.
  • Totholz wird zur akuten Gefahr: Abgestorbene Äste können bereits bei leichten Erschütterungen oder Windereignissen unkontrolliert herabfallen.
  • Grünastabbrüche sind schwer vorhersehbar: Auch belaubte Äste können plötzlich brechen, etwa durch Trockenstress, versteckte Fäulnis oder hohe biologische Belastung.
  • Schäden sind nicht immer sichtbar: Bei bestimmten Baumarten, etwa Buchen, können Trockenschäden nach dem Laubfall schwer erkennbar sein. Das erhöht das Risiko, Instabilitäten zu spät zu entdecken.

Welche Herausforderungen entstehen für Kommunen und Baumpfleger?

Für Kommunen, Forstbetriebe und Baumpflegeunternehmen verschiebt sich der Arbeitsschwerpunkt. Planbare Pflegearbeiten werden häufiger durch akute Sicherungsmaßnahmen, Schadholzbeseitigung und Notfällungen ergänzt oder verdrängt.

Die wichtigsten Herausforderungen sind:

  • Mehr Aufwand für Verkehrssicherung: Straßen, Gehwege, Bahntrassen, Freileitungen und öffentliche Anlagen müssen häufiger kontrolliert und freigeschnitten werden.
  • Steigende Kosten: Zusätzliche Baumkontrollen, Bewässerung, Notfällungen und Schadholzbeseitigung belasten kommunale Budgets.
  • Höheres Unfallrisiko: Geschädigtes Holz kann unter Spannung stehen, unkontrolliert brechen oder beim Schnitt anders reagieren als erwartet.
  • Mehr Druck auf Personal und Maschinen: Einsätze müssen oft kurzfristig, sicher und mit möglichst geringer Beeinträchtigung des Verkehrs durchgeführt werden.

Klimawandel in der Baumpflege: 6 Fakten zur aktuellen Entwicklung

Die Entwicklung lässt sich an Wetter-, Waldzustands- und Praxisdaten ablesen:

  1. Deutschland bleibt deutlich wärmer als früher
    Das Jahr 2024 war mit 10,9 Grad Celsius das wärmste Jahr seit Beginn der deutschen Wetteraufzeichnungen. Auch 2025 lag die deutschlandweite Mitteltemperatur mit rund 10,0 Grad Celsius deutlich über dem langjährigen Mittel. Für Bäume bedeutet das: weniger Regenerationszeit und längere Stressphasen.
     
  2. Heiße Tage nehmen langfristig zu
    2025 wurden in Deutschland durchschnittlich 11,1 heiße Tage mit mindestens 30 Grad Celsius gemessen. Die Jahreswerte schwanken, der langfristige Trend zeigt jedoch deutlich nach oben. Für Stadtbäume und geschwächte Gehölze erhöhen Hitzeperioden den Wasserstress erheblich.
     
  3. Der Waldzustand bleibt angespannt
    Die Waldzustandserhebungen zeigen weiterhin ein hohes Schadniveau. Kronenverlichtung, Trockenstress und Folgeschäden bleiben zentrale Indikatoren für die geschwächte Vitalität vieler Baumarten.
     
  4. Stadtbäume brauchen mehr Bewässerung und Priorisierung
    In Heidelberg wachsen rund 50.000 städtische Bäume, Stadtwald und private Grundstücke nicht eingerechnet. Bei Hitze und Trockenheit müssen vorhandene Ressourcen gezielt priorisiert werden. Pflegearbeiten, die nicht unmittelbar sicherheitsrelevant sind, können zeitweise zurückgestellt werden.
     
  5. Baumpflege wird zur Budgetfrage
    Klimabedingte Schäden erhöhen den Aufwand für Kontrollen, Pflege, Bewässerung und Fällungen. Für Städte und Gemeinden wird Baumpflege damit nicht nur zu einer ökologischen, sondern auch zu einer finanziellen Herausforderung.
     
  6. Infrastruktur braucht präventive Vegetationspflege
    Entlang von Straßen, Bahntrassen und Freileitungen zählt Vegetationspflege zur Betriebssicherheit. Je instabiler Bäume und Gehölze werden, desto wichtiger werden planbare, maschinell unterstützte und sichere Arbeitsverfahren.

Wo stoßen klassische Verfahren bei der Gefahrbaumfällung an Grenzen?

Bei Schadholz, beengten Einsatzorten oder Arbeiten an Verkehrswegen reichen klassische Verfahren nicht immer aus.

Infografik zu Nachteilen und Risiken verschiedener Fälltechniken bei der Gefahrbaumfällung.
Übersicht: Nachteile und Risiken gängiger Fälltechniken bei der Gefahrbaumfällung.

Seilklettertechnik ist personalintensiv und bringt Arboristen direkt in die Gefahrenzone. Bei vorgeschädigten Bäumen können unvorhersehbare Astabbrüche oder instabile Stammteile ein erhebliches Risiko darstellen.

Hubarbeitsbühnen schaffen Abstand zum Baum, bieten aber je nach Einsatzort nur begrenzte Reichweite. Beim Ablegen schwerer oder instabiler Stammteile bleibt die Kontrolle über den Materialfluss eingeschränkt.

Teleskoplader mit Greifersäge können in bestimmten Anwendungen helfen, stoßen jedoch häufig bei Standsicherheit, Traglast, Schwenkbereich und Einsatzflexibilität an Grenzen.

Moderne Fälltechnik: Sicherheit durch Distanz

Fällbagger von SENNEBOGEN übertragen die Gefahrbaumfällung in einen kontrollierten, maschinell unterstützten Arbeitsprozess. Das zentrale Prinzip lautet: Sicherheit durch Distanz.

Der Maschinenführer arbeitet geschützt aus der Kabine. Die Maschine greift den Stamm- oder Astabschnitt, fixiert das Holz, führt den Schnitt aus und legt das Material kontrolliert ab. Das Prinzip „Greifen, Sägen, Ablegen“ reduziert das Risiko unkontrollierter Abstürze und macht den Materialfluss planbarer.

SENNEBOGEN 718 E und 728 E im Vergleich

Merkmal

SENNEBOGEN 718 E

SENNEBOGEN 728 E

Einsatzgewicht21,4 tbis 34,5 t
Motorleistung123 kW140 kW
Maximale Reichweite15 m21 m
EinsatzschwerpunktKompakte Bauweise; ideal für Einsätze an Straßen, bei Problembaumfällungen und in beengten Arbeitsbereichen.Beeindruckende Größe und vielseitige Einsetzbarkeit; ideal für anspruchsvolle Fällarbeiten entlang von Bundesstraßen und Autobahnen.
Zentrale Stärken
  • Stabil: Standfest durch Pratzenabstützung, hohe Traglast bei 360 Grad Schwenkbereich.
  • Flexibel: Befahren öffentlicher Straßen möglich, Nutzung verschiedenster Anbaugeräte.
  • Kompakt: Einfacher Transport per Tieflader durch geringe Transportbreite.
  • Maximale Power: Separater Hydraulikkreis für das Anbaugerät sorgt für maximale Leistung und optimale Effizienz.
  • Sicherheit im Fokus: Vielseitige Sicherheitsfeatures für maximale Arbeitssicherheit.
  • Effizienz: Erledigung von Aufträgen in Rekordzeit für maximale Profitabilität.
Technische Übersicht des SENNEBOGEN 728 E mit Reichweite, Sicherheitsausstattung und Anbaugeräten.
Technische Übersicht: SENNEBOGEN 728 E mit Reichweite, Sicherheitsfeatures, Anbaugeräten und Abstützung.

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